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Hunde.... und ihre Halter

Ich werde versuchen, den kommenden Artikel soweit wie möglich sachlich und ohne Emotionen zu schreiben. Weil ich einfach denke, dass Emotionen in so einem Fall nicht wirklich Sinn machen. ……

 

Jacky ist ein reinrassiger Parson Russel Terrier, den wir mit zwei Jahren aus dem Tierheim zu uns geholt haben. Mittlerweile ist er neun Jahre alt und hat eine Schulterhöhe von ca. 40cm und wiegt 10kg.

Was Jacky in seinen ersten Lebensjahren alles mitmachen durfte, oder sogar musste, können wir nur vermuten. Aufgrund mancher Verhaltensweisen die er ab und zu an den Tag legt.

Jacky ist, seit dem er bei uns ist, immer an der Leine. Nicht weil er aggressiv ist, sondern weil es trotz intensiven Trainings nicht zu 100% machbar ist, dass er eine intensive Bindung

außerhalb der eigenen vier Wände zu mir aufbaut, und auch aufgrund seines

ausgeprägten Jagdtriebes (genau dafür gibt es die Zucht der Rasse Parson Russel).

 
Wahrscheinlich denken jetzt viele von Euch, "soll sie doch den Jagdtrieb abtrainieren".

 

Ja, dass könnte ich. Mache ich aber nicht. Aus einem Grund: der Jagdtrieb liegt in seiner Rasse, genau dafür wurde diese Rasse gezüchtet und in meinen Augen liegt es wider der Natur

ihm den angezüchteten Trieb abzutrainieren.

 

Aufgrund dessen, dass Jacky immer an der Leine ist, habe ich mir bereits viel

anhören müssen. Das ging von "wie können Sie das nur ihrem Hund an tun" bis hin zu

Beschimpfungen und völliges Unverständnis anderer Hundehalter.

Auch jetzt erinnere ich den Leser der Artikels an etwas, dass mir sehr wichtig erscheint. Gerade

in der heutigen Zeit, in der sehr schnell über Menschen gesprochen / geurteilt  wird:

Sie kennen weder meinen Hund, noch seine Geschichte; Sie kennen mich nicht,

und Sie wissen auch nicht, ob mein Hund gesund ist, oder krank. Um ehrlich zu sein,

können Sie nur Vermutungen anstellen.

 

Und so frage ich Sie, wie kommen Sie dazu darüber "zu richten" ob mein Hund freilaufen

soll oder nicht……. Wenn Sie mir dass logisch erklären können, wäre ich Ihnen sehr dankbar.

 

Eines vorneweg:  Ich wohne im Münchner Umland, in der generelle Leinenpflicht an vorgeschrieben Wegen / Stellen für Hunde ab 50cmSchulterhöhe gilt. Manche Hundehalter allerdings sind so einfallsreich und gehen dann einfach fünf Meter in die Wiese mit Ihrem freilaufenden Hund, dann muss er nicht mehr angeleint werden, weil die Leinenpflicht eben nur auf den Wegen gilt und nicht mehr fünf Meter daneben…… (klingt krass, ist aber so. Die Wiese gehört dem Bauern, und nicht mehr der Gemeinde).

 

(Und auch jetzt erinnere ich an folgendes: In Wäldern gehört der Hund angeleint. Falls Sie mir nicht glauben, so wenden Sie sich bitte an den für Sie zuständigen Jäger.

Außerdem sollten Hunde in folgenden Monaten auch nicht auf Wiesen, die bewirtschaftet werden freigelassen werden: März/April bis Ende Oktober (je nachdem wann der erste und der letzte Schnitt der Wiesen stattfindet). Und wenn die Hunde dann doch auf den Wiesen unterwegs sind….. dann entfernen Sie doch bitte in Gottes Namen die Hinterlassenschaften

Ihres Hundes von der Wiese. Aber das nur am Rande……)

 

Und so wundert es mich, dass mein Hund in diesem Jahr bereits vier Mal von Hunden angegriffen wurde, die eindeutig größer und auch schwerer als Jacky waren. Drei Mal ist alles gut gegangen. Drei Mal konnten wir Jacky davor bewahren, verletzt zu werden.

Zwei Mal wurden "nur" wir gebissen. 

Viermal waren diese Hunde nicht angeleint, und sogar teilweise ohne Aufsicht, weil der Halter

mit dem Radl oder Pferd bereits mehrere hundert Meter weiter weg war.  Beim vierten Mal

allerdings ging es eben nicht mehr gut. Jacky wurde verletzt. Und zwar so, dass er noch am

gleichen Tag operiert werden musste.

Und jedes Mal, nach jedem Angriff bekam ich die selbe Aussage: "das hat mein Hund noch

nie gemacht. Der kann sonst mit jedem Hund. Und vor allem auch mit Kindern".

Oder: "der wollte doch nur spielen".

 

Was aber aus meiner Sicht eine wirklich infarme Aussage ist (Halterhin des Hundes, nach dem letzten schweren Angriff) :  " Ihr Hund hat aber zuerst gebellt".

 

Ok…. da bin ich sprachlos. Hätte er lieber wiehern sollen?

 

Ich glaube jedem Hundehalter aufs Wort, dass Ihr Hund der liebste, und beste Hund

auf Erden ist. Und dass er immer total lieb ist. Ich weiß auch, dass jedes Haustier, zumindest hier im westlichen Teil der Welt, ein vollwertiges Familienmitglied ist..

Und ich weiß auch, dass man zu schnell vergisst, bzw. vergessen mag, dass Haustiere Tiere sind  sind, die vor allem eines sind:

 

Impulsgesteuert

 

Soll heißen, sie geben sich zwar alle Mühe, Ihren natürlichen Impulse zu unterdrücken, und lassen sich auch viel von uns Menschen gefallen., bzw. antrainieren.

Aber manchmal schaffen es diese Wesen einfach nicht ihre Impulse zu unterdrücken.

Und das sollte jedem Hundehalter klar sein. Egal wie lieb, wundervoll und toll die

Hunde sind. Sie sind keine Menschen. Sie sind und bleiben Tiere. Vergessen sie das nicht.

 

Außerdem, so habe ich das mal gelernt, nimmt man seinen Hund sofort an die Leine, wenn ein

anderer Hundehalter mit einem angeleinten Hund entgegenkommt.

 

Abschließend möchte ich noch folgendes schreiben:

 

mal abgesehen davon, dass mein Hund nach dem letzten Angriff im Moment noch nicht richtig fit ist, so sollte jeder Besitzer eines angreifenden Hundes folgendes wissen:

 

Sie haben gar keine Ahnung, was Sie, bzw. Ihr Hund mit MIR als betroffenen HALTER angestellt haben. Sie habe es geschafft, innerhalb weniger Sekunden / Minuten alle meine Pläne und Vorhaben zu durchkreuzen.

Sie haben es geschafft, mit Ihrer Art und Weise den Angriff in Frage zu stellen, dass ich immer mehr vom Glauben "in das Gute im Menschen" abfalle. Sie haben es geschafft, wenn ich die Augen schließe, dass ich die Wunde am Hals meines Hundes immer und immer wieder sehe, und die komplette Situation immer wieder durchlebe. Und dabei immer wieder aufs Neue feststelle, dass Sie nicht einmal in der Lage waren, Ihren Hund von meinem Hund wegzunehmen.

Mal abgesehen von der Angst die ich habe, wenn ich wieder auf Menschen treffe,

die ihre Tiere nicht anleinen, bzw. gar nicht erst halten können (wie so oft......).

 

Mir ist durchaus bewusst, dass ich die Welt nicht verbessern kann. Das möchte ich auch gar nicht.  Dennoch vertrete ich folgende Meinung:

wenn jeder Einzelne von uns (da nehme ich mich nicht aus) nur ein wenig Rücksicht und Verständnis aufbringen könnte, dann wäre diese Welt ein viel schönerer und besserer Ort.

In jeder Hinsicht........

 

 

Eure Susanne 

Bildquellen in diesem Blogbeitrag: stocksnap.io

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Kommentare: 1
  • #1

    Martin (Donnerstag, 22 November 2018 18:43)

    Dein Artikel finde ich super. Und ja, ich empfinde es als bodenlose Frechheit, wenn Halter sich so ignorant benehmen.
    Meiner Meinung nach, sollte man eine generelle Leinenpflicht in Deutschland einführen. OHNE AUSNAHME!!!